Das Problem der Springbässe und der weiten Oktav- oder Akkordsprünge  der rechten Hand

Alle fortgeschrittenen Spieler werden schon einmal  auf eines dieses Problem gestossen sein: 

  • Um die wilde Begleitung spielen zu können muss die linke Hand ständig zwischen  einem tiefen Basston oder gar einer Bass-Oktave zu einem Akkordton in mittlerer Lage springen.
  • In einem beschwingten Chopinwalzer müssen wir auch zwischen den Bässen auf der "Eins" des jeden Taktes und den Akkordgriffen 2 und 3 wechseln.
  • Gegen Ende  einer wilden Kadenz will der Komponist als letzten oder vorletzten Akkord einen Sprung in die extreme Lage beider Hände. Meistens geht bis dahin alles gut, aber dieser Sprung ist doch immer ein Risiko.Beispiel: Schumanns "Symphonische Etüden"

Hier eine kurze zeitliche Einordnung dieser Erscheinungen.

Diese weiten Sprünge sind nur in drei Kategorien der Klavierliteratur anzutreffen, die allesamt seit der Klavier-Hochromantik existieren:

  • Virtuose Werke und Etüden der Romantik
  • Klang-Gemälde des Klavier-Impressionismus
  • Extrem Motorische Werke der klassischen Avantgarde

Kurze Überlegungen

Es ist klar, dass die differenzierte Übeplanung nur im individuellen Unterricht erfolgen kann. Auch das Üben kann Euch hier niemand abnehmen. Dennoch gebe ich hier ein paar grundsätzliche Tipps, wie man der allgemeinen Verzweiflung und Hilflosigkeit, die diese schwierigen Stellen hervorrufen können möglichst entkommt, oder in diee gar nicht erst verfällt.

  • DIese Stellen höchstens einmal "Vom Blatt spielen" - sonst immer nach einem Übeplan vorgehen
  • Strikte Trennung von "Spielen" und "Üben"
  • Mechanische Übungen nicht mit musikalischem Ausdruck verknüfen. Das ist zwei Hierarchieebenen zu hoch
  • Anschlagsbewegung und Transportbewegung trennen: Anschlag - Transport - ("vorher dasein") - Anschlag 
  • Die Wahrnehmung immer bei der Berührung der Finger an den Tasten halten - nicht so viel lesen
  • Das "Treffen" der Töne auch mit geschlossenen Augen üben; Wie ein Messerwerfer im Zirkus (Es ist nur nicht so gefährlich für die Zuhörer).